Willkommen

Wolfgang Tulle

 

 

Werdegang

 

 

als Künstler

 

Eine meiner Inspirationen während der Suche

nach meinem zentralen künstlerischen Thema

(W. Tulle)

Das Foto stellt eine Ferritkern-Speicherplatine mit 512 Bit (heute würden wir sagen: 0,5 kB) aus einer elektronischen Rechen-maschine der sechziger Jahre dar.

Diese kupferkaschierten Pertinax Platinen wurden geätzt und mit Bohrungen versehen, um aus der Kupferfläche Leiterbahnen, Lötösen und Montagepunkte für Bauelemente herauszubilden. Sie stellten als sogenannte 'gedruckte Schaltungen' seinerzeit die Grundlage für Serienfertigung in den Anfängen der Mikroelektronik dar.

 

Aus graphischer Sicht bestand die Faszination dieser Schaltungen darin, in elektronischen Geräten die dreidimensionale Verlegung der elektrischen Leitungen in eine zweidimensionale Struktur von dünnen Kupferbahnen zu überführen.

Was bei der bisherigen konventionellen Verdrahtung eher wie ein unübersichtliches und undurchdringbares Chaos wirkte, bekam in der neuen Mikroelektronik - wiederum nur graphisch betrachtet - Struktur, Perspektive, Harmonie und zielführende Ordnung.

 

So wie der Entwicklungsingenieur für die Leiterbahnen kreuzungsfreie Wege zum Ziel sucht und dafür gegebenenfalls auch für die Bauelemente eine neue Anordnung oder, wenn man so möchte, auch eine 'neue Komposition' elaborieren und finden muss, genau so entwickelte auch Wolfgang Tulle angesichts dieser wenigen modularen Elemente eine neue Sicht auf die Dinge der Welt:

Harmonie, Ordnung und Strukturen, gerade oder weich geschwungene Bahnen, beendet von Ruhepunkten wie Endösen,

divergierende Abzweigungen mit Unterbrechungen durch Bauelemente wie Widerstände und am Ende vielleicht doch wieder - wie in alten Zeiten - ein strukturarmes Stück Draht.

 

So lässt sich frei, trefflich und ästhetisch formgebend komponieren. Die Gestaltungsmöglichkeiten von Strukturen und Formen enden einzig an den Grenzen der Fantasie und Kreativität.

Von diesen Grenzen ist Wolfgang Tulle aber bis heute noch unendlich weit entfernt.

 

(Manfred Muschke)

 

 

 

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